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König-Albert-Turm
am Spiegelwald


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Die Geschichte des König-Albert-Turm

"Von dieser Stätte aus erfreue sich der Wanderer der herrlichen Werke der Gottesnatur und schaue dabei auf ein glückliches und zufriedenes Land!"

Mit diesen Worten führte der vom Volk sehr beliebte Opens internal link in current windowKönig Albert die drei symbolischen Hammerschläge für die Grundsteinlegung des Turmes aus.

Bereits im Jahre 1878 kam den Mitgliedern des im gleichen Jahr gegründeten Erzgebirgszweigvereins Schwarzenberg der Gedanke, einen Aussichtsturm auf dem 728 m hohen Spiegelwald zu errichten. Am 23. April 1879 wurde zu Ehren des Geburtstages des sächsischen Königs im Rathaus zu Schwarzenberg eine freiwillige Sammlung begonnen, der noch weitere Spenden und Konzertveranstaltungen folgten, um somit das notwendige Baugeld aufzubringen. Der Grundstein für den Aussichtsturm auf dem Spiegelwald konnte schon am 9. Juli 1880 gelegt werden.

Die Einweihung des Turmes fand im September 1881 statt. Der 17 m hohe massive Turm erhielt den Namen König-Albert-Turm. Der Bau hatte 4.300 Mark gekostet. Jetzt war er für die Besucher freigegeben.

Als Erbauer und Besitzer galt zunächst der Erzgebirgszweigverein Schwarzenberg. In der Folgezeit widmeten die beiden Erzgebirgszweigvereine Spiegelwald (gegr. 1880) und Schwarzenberg ihrem Berg einen großen Teil ihrer Vereinstätigkeit. Bereits 1886 wurde vom Erzgebirgszweigverein neben dem Turm eine bescheidene Unterstandshütte errichtet.

Im Jahre 1903 wurde dann die Bergschänke, ein Ziegel-Fachwerkbau errichtet. Erst seit dieser Zeit gibt es elektrisches Licht auf dem Spiegelwald. Im Jahre 1915 erhielt der König-Albert-Turm einen Glasaufsatz. Er war nun 20 m hoch.

Am 3. Oktober 1920 (lt. Grundbucheintrag) verkaufte der Zweigverein Schwarzenberg Turm und Gaststätte für 6.000 Mark an den Erzgebirgshauptverein Schneeberg. Großes Interesse an der Übernahme des Spiegelwaldgeländes in Eigenregie bestand seitens der Erzgebirgszweigvereine Spiegelwald und Beierfeld. Um die notwendigen finanziellen Mittel für den Kauf des Geländes mit Turm und Spiegelwaldbaude zu schaffen, rief man 1921 die "Waldkirmes auf dem Spiegelwald" ins Leben.

Am 13. Oktober 1924 erfolgte dann der Eigentümerwechsel des Spiegelwaldgeländes mit Turm und Baude vom Erzgebirgshauptverein Schneeberg an die Zweigvereine Spiegelwald und Beierfeld.

Eine schöne Tradition blieb der Pfingstausflug auf den Spiegelwald. Hier trafen sich die Bürger der umliegenden Gemeinden zum geselligen Beisammensein und Gesangsvereine sorgten für gute Unterhaltung.

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges lösten sich die Erzgebirgszweigvereine auf. Turm und Baude, welche sich auf dem Territorium der Stadt Grünhain befinden, gingen in Privatbesitz des Einzelbauern Leichsenring über. Der Turm wurde 1945 für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Gaststätte war in Privatbesitz und bis 1960 allen Bürgern zugängig.

Im Zuge der Bildung von landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften verkaufte der Bauer diesen Grundbesitz, welchen dann das Fernsehstudio Berlin-Adlershof von 1960 bis 1991 besaß. Das Fernsehstudio baute ein Bettenhaus und nutzte es seit 1963 als Kinderferienlager. Bemühungen des Fernsehstudios 1961 bzw. 1966 Baukapazitäten in Höhe von 50 bis 60.000 MDN (Mark der dt. Notenbank) zur Instandsetzung des baufällig gewordenen Turmes vom Kreisbauamt Schwarzenberg zu erhalten, blieben erfolglos. Der Abbruch des Turmes erfolgte im Februar 1967.

Die 3 Bürgermeister der Anliegergemeinden bemühten sich nach dem Abbruch des Turmes wenigsten im Rahmen eines Naherholungsgebietes das Kinderferienlager mit einer öffentlichen Gaststätte zu verbinden. Sie blieben erfolglos.

In der Nähe des alten abgerissenen Turmes wurde (im Auftrag der damaligen SED) in Trägerschaft der Post eine Richtfunkstation errichtet. Der Richtfunkturm wurde nach der politischen Wende 1989 der Deutschen Bundespost zugeordnet und stillgelegt. 1990 konnten die Bürger von Beierfeld und Umgebung erstmalig wieder einen Pfingstausflug im Freigelände auf dem Spiegelwald unternehmen. Seit 1995 findet auch alljährlich wieder die Spiegelwaldkirmes auf dem Berg statt.

Der Wunsch der Einwohner der Spiegelwaldgemeinde nach dem Bau eines neuen Aussichtsturmes war groß. Am 14.09.1998 konnte, nach Gründung des "Tourismus-Zweckverband Spiegelwald" und nach Bewilligung von Fördermitteln, mit dem Bau des neuen Aussichtsturmes begonnen werden. Am 02.07.1999 war Richtfest und am 03.12. des selben Jahres die Einweihung.

Der Turm trägt heute wieder seinen alten Namen: "König-Albert-Turm".